Podiumsgespräch “Schwangerschaft & Geburt in Thüringen”

Am 26. September 2015 um 9:30 Uhr laden wir zum Podiumsgespräch mit Eltern, Hebammen, Ärzten, Vertretern der Politik und der Krankenkassen ein. Die Veranstaltung findet in der Aula der Gemeinschaftsschule Kulturanum in der Karl-Marx-Allee 7 in Jena statt. Kern der Veranstaltung ist die Entwicklung der Kaiserschnittraten in Thüringen. Die Moderation erfolgt durch Thomas Schmid.

Mother Hood e.V. ist eine Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr. Die Thüringer Landesgruppe hat die Kaiserschnittraten der einzelnen Geburtskliniken des Freistaats von 2006 bis 2013 zusammengetragen, sowie Informationen zu den perinatalen Versorgungslevels und demographische Gegebenheiten gesammelt um ein vergleichendes Bild der Regionen in Thüringen erhalten. Dabei ist besonders die große Streuung der Kaiserschnittraten von 17% bis 39% (2013) aufgefallen. Im Dialog zwischen Eltern, Ärzten, Hebammen, Landesregierung und Krankenkassen sollen die Hintergründe diskutiert und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt und entwickelt werden, mit denen sich die Kaiserschnittraten der einzelnen Kliniken auf ein zukunftsfähiges Niveau senken lassen. Es wird ebenso das Recht der Frau auf würdevolle und wertschätzende Geburtsbegleitung thematisiert, mit dessen Umsetzung sich die Entstehung einer Wochenbettdepression verringern lässt. Die Veranstaltung ist Teil der Kampagne „Tage der Geburt“.

Diese Veranstaltung ist Teil der Kampagne „Tage der Geburt“ und ist auch auf Facebook zu finden.

Unterstütze jetzt unser Projekt auf der Crowdfunding Plattform Leetchi! Mit deiner Hilfe können wir die professionelle Durchführung des Podiumsgesprächs sicherstellen: Moderator, Snack, Getränke und Geschenke als Dankeschön für die PodiumsrednerInnen. Wird der Spendenbetrag überschritten, nutzen wir das Geld für weitere Aktionen rund um Schwangerschaft und Geburt.

MH Logo Dankeschön

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Erzählcafés ‚Der Start ins Leben‘ in Jena & Weimar – Zeitzeuginnen gesucht!

Erzählcafé Start

Im Mai diesen Jahres wird es im gesamten Bundesgebiet die Aktion „Erzählcafés – ‚Der Start ins Leben'“ geben. Es handelt sich um eine Initiative zahlreicher Organisationen, u.a. des Deutschen Hebammenverbands, dem Arbeitskreis Frauengesundheit e.V., des Vereins Hebammen für Deutschland e.V. sowie nahdran Kommunikation. Die Erzählcafés sollen einen Austausch zwischen Frauen aller Generationen und verschiedener kultureller Hintergründe zum Thema Geburtskultur ermöglichen und gesellschaftlich zum Nachdenken über das Thema Schwangerschaft und Geburt anregen. Nähere Informationen zur Aktion erhalten Sie im Internet: http://erzaehlcafe.net/erzaehlcafe-aktion.

Auch in Jena und Weimar wird es ein Erzählcafé geben. Hierfür suchen wir Zeitzeuginnen aus verschiedenen Generationen. Sie erzählen in kleinen Gesprächsrunden davon, wie sie ihre Schwangerschaft und Geburt erlebt haben. Es ergibt sich so ein interessanter Austausch über Geburtserlebnisse und ein Dialog darüber, wie sich das Bild von Schwangerschaft und Geburt in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Wessen Oma, Mutter, Tante, Nachbarin, Bekannte, … möchte das Erzählcafé in Jena oder Weimar mit ihrem Erlebnisbericht bereichern? Die Erzählcafés finden am Nachmittag statt: in Jena am Dienstag, 05. Mai und in Weimar am Sonntag, 10. Mai (Muttertag).

Meldet euch bei uns, wenn ihr mit eurer Oma, Mutter, … gesprochen und sie für das Erzählcafé gewonnen habt. Vielleicht wollt ihr auch selbst von euren Erfahrungen erzählen?

Solltet ihr weitere Informationen benötigen, kontaktiert uns bitte, wir werden eure Fragen schnellstmöglich beantworten.

Oder per E-Mail: elternprotest-jena@web.de.

Danke für eure Unterstützung!

Petition an den Bundestag

Hier der Link zum unterzeichnen: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_25/Petition_51168.nc.$$$.a.u.html

Warum ist sie erst jetzt online? Hier ein offener Brief der Petentin an den Petitionsausschuss:

Sehr geehrte Damen und Herren,
seit gestern ist die o.g. Petition in der Mitzeichnungsfrist.

Ich nehme zur Kenntnis, dass es vom 25. März bis zum 5. Juli gedauert hat, diese Petition, welche vollumfänglich den geforderten Kritierien entspricht, online zu stellen.
Ich nehme zur Kenntnis, dass die Eingruppierung in den Bereich Gesundheitsfachberufe davon zeugt, dass der Kern der Petition nicht inhaltlich erfasst wurde, da ich die Feststellung eines Grundrechtes fordere. Alle weiteren Maßnahmen ergeben sich lediglich daraus.
Ich nehme zur Kenntnis, dass diese Petition frei geschaltet wurde OHNE jemals offiziell im Prüfverfahren gewesen zu sein.
Ich nehme zur Kenntnis, dass die Freischaltung ohne jegliche weitere offizielle Information vorab seitens des Petitionsausschusses bzw. des zuständigen Referates erfolgte und auf diese Weise keine Zeit zur Vorbereitung verblieben ist.

Ich lade Sie ein, diese Petition zu zeichnen und zu teilen. In der Hoffnung, dass meine Vorstellung von Demokratie und Beteiligung der Bürger und mein Engagement dadurch eine Würdigung auch Ihrerseits erzielt. Diese Mail stelle ich öffentlich ein.

Mit freundlichen Grüßen

Michaela Skott

Protest vor dem Thüringer Landtag (wir wissen, wen wir am Sonntag nicht wählen!)

Nich nur auf Bundesebene kann überlegt werden, wie man die Hebammensituation ändern kann, auch landesweit kann etwas bewegt werden. Deswegen waren wir heute nachmittag vor dem Thüringer Landtag.

„Wir warten!“

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Stelzenläufer halten Nachrichten ins Plenum.

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Anschließend werden die Nachrichten übergeben.

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Anja Siegesmund, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Thüringer Landtag: „Indem CDU und SPD es heute bei Eintritt in die Tagesordnung abgelehnt haben, unseren Antrag in diesem Plenum zu behandeln, lassen sie die Thüringer Familien im Stich. [..] Wenn es aber darum geht, Familien konkret zu unterstützen, gibt es von beiden nur hohle Worte, statt tatkräftigen Handelns.

Seit Februar verweigern sich CDU und SPD der Behandlung unseres Antrages und somit auch der politischen Unterstützung für werdende Eltern und Hebammen durch den Freistaat Thüringen. Wenn sich Lieberknecht und Taubert schon im Freistaat nicht für eine gute Familienpolitik einsetzen wollen, dann sollen sie wenigstens ihre Kräfte zu Familienministerkonferenz bündeln und sich dort für eine Lösung der Hebammen-Problematik stark machen. Unserer Fraktion ist jedoch keine entsprechende abgestimmte Position der Landesregierung bekannt.“

21. Mai 2014, 16 Uhr – Landtag Erfurt

Diesen Mittwoch ruft der Hebammenlandesverband Thüringen zu einer Protestaktion zur nächsten Plenarsitzung der Landtagsabgeordneten auf.

Zeit: 21. Mai 2014, 16 Uhr
Ort: Landtag Erfurt
Mitbringen: Krachmacher, Bekannte, Familie, ..

„Dabei geht es uns nicht „nur“ um die Haftpflichtproblematik. Sondern um Maßnahmen gegen den sich verstärkenden Hebammenmangel, der Sicherstellung der Versorgung der Frauen, Verbesserung der Arbeitsbedingungen der angestellten und freiberuflichen Hebammen, sofortige Klärung der Laborproblematik sowie eine bedarfsgerechte Hebammenausbildung. [..] Die Landtagsabgeordneten verschieben bereits seit drei Monate eine Debatte über die Hebammensituation!“ sagt Elke Pirrh, Vorsitzende des Verbandes.

„Heute ist Hebammentag!“

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Jena, 5. Mai 2014, mittags 12 Uhr. Am Faulloch am Johannistor regt es sich – Stände sind aufgebaut, Banner und Seile werden gespannt, Infomaterial wird ausgelegt, Beamer und Laptop werden verkabelt. Es ist noch frisch, doch zum Nachmittag hin wird es ein warmer, sonniger Frühlingstag werden.

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Die Mittagszeit vergeht entspannt, die aufgeregten Gemüter beruhigen sich, und am frühen Nachmittag, als die Eltern mit Kindern kommen, die Großeltern mit Enkeln, die werdenden Eltern und interessierte Passanten vorbeischauen – da sind wir nicht mehr aufgeregt, da sind wir beschäftigt!

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Informationen werden verteilt, Buttons und Glasmagnete werden gegen Spenden ausgegeben und selbst gestaltet, Äpfel und Kuchen sättigen die Besucher, die Nabelschnur wird verlängert. Die Kinder amüsieren sich beim Malen, Basteln, geschminkt werden und beim Puppentheater, die Eltern nehmen sich Protestflyer mit und fragen, was sie noch machen können, unterschrieben haben sie schon.

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Ein älterer Herr kommt, ich erkenne ihn– ich habe ihm beim Infostand am 1. Mai ein Faltblatt in die Hand gedrückt. Und er ist wiedergekommen, erfreut und überrascht, dass ich mich an ihn erinnere. Er gibt uns einen handgeschriebenen Brief mit Briefmarke und Absender – wir sollen noch die Adresse eines Abgeordneten draufschreiben und den Brief versenden. Das werden wir tun! Wow, ich bin begeistert!

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Es ist eine nette, gemütliche Atmosphäre, die zahlreichen Besucher sind interessiert. Nicht nur am Protest, sondern auch an den Ständen der Hebammen des Klinikums, des Geburtshauses und der Hebammenschule: über Schwangerschaft, Geburt, tragen und stillen, Hebammenarbeit und Ernährungstipps.

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Wir zeigen regelmäßig unseren neuen Aufklärungsfilm zum Haftpflichtthema und was es für Eltern bedeutet. Der Film ist seit gestern auch auf youtube zu finden – hier.

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Die meiste Zeit verbringe ich vor dem Faulloch auf der Johannisstraße. Ich habe einen Stapel Faltblätter in der Hand. Ich gehe auf die Leute zu, „Heute ist Hebammentag!“ und gebe ihnen unser Info-Faltblatt. Die meisten nehmen es mit – alte wie junge, Männer wie Frauen. Besonders die älteren Menschen halten an und erzählen mir ihre Geschichten – von den Hebammen in der Familie, wie es früher war, warum es eine Unverschämtheit ist, was gerade mit den Hebammen passiert. Viele wünschen uns viel Erfolg, viele fragen, was sie noch tun können.

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Und wieder ist es ein älterer Herr, der mir besonders im Gedächtnis bleibt. Er ist um die 70, sagte er, und stammt aus der Nähe. Damals kannte jedes Kind seine Hebamme. Jedes Kind wusste, dass sie eine wichtige Person ist. Sie war immer irgendwie präsent, und kam auch kurz zur Schuleinführung „ihrer“ Kinder vorbei. Er erinnert sich genau.

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Mittlerweile ist es 18 Uhr. Die Menschmassen nehmen ab, meine Füße tun weh, die Eltern mit ihren Kindern zieht es wieder nach hause. Wir bauen ab und räumen das Feld. Wir gehen, erleichtert um viel Informationsmaterial, Kuchen, und Mitgebsel, und beschwert mit den vielen Unterschriften und Spenden für unsere weitere Arbeit, nach hause. Es war ein schöner Tag.

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Aktionsfest zum Internationalen Hebammentag in Jena am 05. Mai 2014

Am 05. Mai 2014 findet von 12 Uhr bis 18 Uhr am Faulloch am Johannistor ein Aktionsfest zum Internationalen Hebammentag statt. Jenas Hebammen der Universitätsklinik, die freiberuflichen Hebammen des Geburtshauses Jena, die Hebammenschülerinnen der SBBS für Gesundheit und Soziales Jena sowie die Jenaer Regionalgruppe der Elterninitiative „Hebammen-Unterstuetzung.de“ veranstalten gemeinsam ein Familienfest um Hebammen und ihre Arbeit zu ehren und auf die Bedeutung der Hebammen für die Gesellschaft hinzuweisen.

Neben einem Puppenspiel vom Puppentheater Puppetto (14:30 Uhr und 16:00 Uhr) und Kinderschminken werden Informationen zum Hebammenberuf, Stillen, Tragen und Verhütung bereitgestellt. Die Elterninitiative informiert über das drohende Berufsverbot für Hebammen.

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Nach dem im Februar 2014 verkündeten Ausstieg der Nürnberger Versicherung aus dem einzigen Versicherungskonsortium, das bislang die Berufshaftpflicht für Hebammen angeboten hat, ist die Rolle und Bedeutung der Hebammen für werdende und junge Eltern verstärkt in den Fokus der Bevölkerung gerückt. Schwangerenvorsorge, Wochenbettbetreuung und Geburtsbegleitung stehen auf der Kippe. Es hat sich eine bundesweite Elterninitiative gebildet, die vorwiegend in Regionalgruppen operiert. Zuletzt hat die Jenaer Regionalgruppe die Demonstration „Familien fordern Hebammen“ am 8. März 2014 in Jena organisiert, an der 1000 Eltern teilnahmen.

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Trefft euch mit den Abgeordneten des Bundestags!

Die aktuell wirkungsvollste Maßnahme:

Trefft euch mit euren Bundestagsabgeordneten! Redet mit ihnen über das Thema – sie haben viel zu tun und viele Themen zu bearbeiten, aber wenn jemand eine Stunde lang mit ihnen auf der Couch sitzt und redet, bleibt das im Gedächtnis. Der Einsatz wird größer, denn sie sehen, dass das wichtig ist, dass die Bevölkerung das will!

Holt euch eine Stellungnahme, diskutiert mit ihm, entkräftet Kontra-Argumente, haltet den Kontakt – und beobachtet die kommenden Diskussionen und Abstimmungen. Hält sich der Abgeordnete an sein Versprechen? Wenn nein – konfrontiert ihn damit, redet mit ihm, geht damit an die Öffentlichkeit. Und verbreitet das! Das beeinflusst das Verhalten der Wähler – und schließlich wollen die Abgeordneten gewählt werden.

Die Abgeordneten sind diejenigen, die am wenigsten von den diversen Lobbys beeinflusst sind. Sie sind unser Ansatzpunkt! Es gibt 631 Abgeordnete – wir sind viel mehr Eltern! Macht im lokalen Wahlbüro einen Termin, geht zu zweit oder zu dritt hin, und redet mit dem Abgeordneten. Zusammen kriegen wir sie alle!

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Hintergrund:

Wir Elternvertreter trafen uns heute mit Ralph Lenkert von der Linken, einem unserer lokalen Bundestagsabgeordneten. Wir redeten über politische und wirtschaftliche Hintergründe und fragten aktiv danach, wie wir als Eltern das aktuelle Geschehen beeinflussen können.

Unsere Aktionen sind genau die richtigen: Demonstrationen, Informationen an Medien und Öffentlichkeit tragen, die Bundestagspetition unterstützen und das Gespräch mit Abgeordneten suchen. So werden wir gehört, so werden wir gesehen, so zeigen wir, dass das Thema wichtig ist. Wir müssen dranbleiben und weitermachen.