Es muss sich was tun

„Wer nach dem 1. Oktober 2015 schwanger wird, die sollte sich darauf einstellen, dass sie voraussichtlich irgendwann zwischen 7 und 17 Uhr per Kaiserschnitt entbunden wird. Ob sie es so will oder nicht. Sie bleibt mindestens 7 Tage im Krankenhaus und darf dann mit ihrer Narbe und dem Säugling regelmäßig zum Arzt wandern. Und glaubt mir: DAS ist kein Horrorszenario. Das wird Realität, wenn sich nichts tut!“

„Ja, und ganau das ist die Krux: Sagen zu können “Ich will mein Kind im Krankenhaus zur Welt bringen” ist genauso Selbstbestimmung wie “Ich will mein Kind zu Hause gebären”. Nur weil das eine der momentane Normalfall ist, ist das andere noch lange kein Sonderrecht (bis in die 1950er Jahre rein sahen “Normal-” und “Sonderfall” auch noch genau anders herum aus.). Denn wir Frauen haben das verbriefte Recht auf freie Wahl des Geburtsortes.“

„Wer würde sich denn wirklich noch freien Herzens für eine Klinikgeburt entscheiden, wüsste sie, dass vielleicht 2 Hebammen auf 6 bis 10 gleichzeitig stattfindenden Geburten kümmern muss??? Und das womöglich nicht in einem heimeligen Kreißsaal, sondern in einem großen Saal mit mehreren Betten. Und im Normalfall haben ja auch nicht 6-10 fachkundige Ärzte Dienst.“

„Doch wenn es keine freiberuflichen Hebammen mehr gibt, wird – zumindest ohne praktikable Alternative – die Geburtshilfe in Deutschland zusammenbrechen, denn

– es können gar nicht so viele Hebammen angestellt werden, wie gebraucht werden – Von wem auch?
– es gibt gar nicht so viele Fachärzte für Geburtshilfe – Und die sehen auch nur das Pathologische. Die Folge werden deutlich mehr Kaiserschnitte sein.
– dann würden ALLE Geburten in den Kliniken stattfinden – Aber dort schließen die Geburtsstationen und die verbliebenen Krankenhäuser, Hebammen aber auch Ärzte sind schon jetzt überlastet.
– dann würde keine Wochenbettbetreuung mehr stattfinden – Die Folge: Mütter mit Neugeborenen beim Gynäkologen, beim Hausarzt, beim Kinderarzt, in den Ambulanzen. Bei derzeit 680.000 Geburten pro Jahr kann sich dann ja jeder ausrechnen, wie oft er dann beim Arzt eine frische Mutter mit ihrem schreiendem Kind neben sich im Wartezimmer haben wird.

Von den Kosten, die auf die Krankenkassen und damit auf die Gemeinschaft zukommen werden, ganz zu schweigen.“

https://littlebinhh.wordpress.com/2015/07/15/es-muss-sich-was-tun/

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s