Mother Hood e.V. fragt die Krankenkassen: Zwangsdiagnostik für Schwangere?

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Mother Hood e.V. fragt die Krankenkassen: Zwangsdiagnostik für Schwangere?

Bonn, 26. Juni 2015 – Die Gesetzlichen Krankenkassen wollen erstmals aus der umfassenden und uneingeschränkten Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe aussteigen. So knüpfen sie die Übernahme von Entbindungskosten unter anderem an Zwangsuntersuchungen. Das ist das derzeitige Ergebnis aus den Verhandlungen zwischen dem GKV-SV und den Hebammenverbänden. Dagegen wendet sich die noch bis zum 30. Juni laufende Petition der Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ (www.change.org/elternprotest), die mittlerweile über 122.000-mal gezeichnet wurde – unter anderem von prominenten Unterstützerinnen und Unterstützern wie Nina Hagen, Nena, Josefine Preuss, Willi Weitzel, Judith Holofernes, Sophie Schütt und Pablo Sprungala.

Doch ob der GKV-SV mit seinen Plänen wirklich die Interessen seiner Mitglieder vertritt, wollte die Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ wissen und bat die 50 größten Gesetzlichen Krankenkassen um Stellungnahmen. Dabei ging es um die Frage, ob sich (werdende) Mütter auch zukünftig auf ihre Krankenkassen verlassen können.

Krankenkassen befürworten Einschränkung der Wahlfreiheit

Das Ergebnis ist ernüchternd: Entweder antworteten die Krankenkassen gar nicht oder mit einem Standardtext des GKV-SV und verwiesen auf die bevorstehende Schlichtung. „Es geht letztlich um die entscheidende Frage, ob werdende Eltern auch weiterhin Wahlfreiheit bezüglich des Geburtsortes haben,“ erläutert Eva Abert, Vorständin von Mother Hood e.V. „oder ob sie zukünftig durch eine Zwangsdiagnostik und weitere wissenschaftlich nicht belegte Kriterien in ihrem Recht auf Selbstbestimmung eingeschränkt werden.“ Lediglich eine Krankenkasse, die IKK Südwest, stellte im Sinne der Frauen über Einzelfallprüfungen in Aussicht, sollten die Pläne des GKV-SV umgesetzt werden.

Nun muss die bevorstehende Schlichtung zeigen, ob sich der GKV-SV mit seinen Plänen aufgrund eines Kriterienkatalogs durchsetzen kann, für den es – zumindest in Teilen – bisher keine wissenschaftlichen Belege gibt. Bei Eintreten dieser Kriterien soll nach Willen des Spitzenverbandes künftig eine Zwangsdiagnostik erforderlich sein, um weiterhin im häuslichen Umfeld entbinden zu dürfen. Ansonsten droht den Frauen Leistungsverlust. Dieser Vorgang ist bisher einmalig, da laut Patientenrechtegesetz Versicherte das Recht haben, Behandlungen abzulehnen, ohne dass dies Einfluss auf die Leistungen hat.

Über die Petition

Mit einer Petition unter http://www.change.org/elternprotest wendet sich die Bundeselterninitiative “Mother Hood” direkt an die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), vertreten durch den Spitzenverband der GKV. “Mother Hood” fordert den GKV-SV auf, dass auch zukünftig die Kosten für die Hebammenhilfe unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Über “Mother Hood e.V.”

Die Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ setzt sich u. a. für eine echte Wahlfreiheit in Bezug auf den Geburtsort und den Geburtsmodus im Sinne einer sicheren, evidenzbasierten Geburtshilfe in Deutschland ein. Der Verein geht aus der Facebookgruppe “Hebammenunterstützung” mit 16.000 Mitgliedern hervor und wurde am 22. März 2015 gegründet. Mit zahlreichen Aktionen machen Eltern seit Februar 2014 auf die größer werdenden Missstände in der geburtshilflichen Versorgung in Deutschland aufmerksam. Mother Hood ist bundesweit mit zahlreichen weiteren Initiativen rund um das Thema Geburt vernetzt.

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