Aktuelles zur Situation der Hebammen.

Gestern war ich auf der Regionalkonferenz vom Deutschen Hebammenverband des Regierungsbezirkes Düsseldorf.

Hier ein paar Fakten:

– In Deutschland haben im letzten Jahr über 300 Krankenhäuser die Geburtshilfe geschlossen.

– Fast alle anwesenden Kolleginnen berichteten von großer Überlastung (Hebammenpraxis Krefeld z.B. sagt derzeit pro Woche 6 Frauen ab und ist  ausgelastet bis Juni 2015)

– Kolleginnen aus den Krankenhäusern sprechen von

— Überlastung

— Druck von der Verwaltung bei „zu niedriger“ Sectiorate

— Abwanderung von jungen Kolleginnen in andere Berufe

– „die Hebamme“ ist derzeit in Deutschland durchschnittlich Mitte 40!

– derzeit sucht fast jedes geburtshilflich arbeitende Krankenhaus nach Hebammen. Renate Egelkraut verglich diesen Zustand mit den 80er Jahren.

– Gar nicht gut steht es um den Nachwuchs. Gab es früher 1500 Bewerbungen auf 15 freie Ausbildungsplätze, so gibt es derzeit nur wenige Bewerberinnen für die Hebammenausbildung.

Ja – die Politiker sind genervt vom Thema Hebammen. Gut so!!

Ein großer Dank an den Elternprotest!

Das, was die relativ kleine Gruppe der Hebammen mit Demos und anderen Aktionen in den letzten Jahren nicht geschafft hat, schaffen die Eltern 2014 als sehr viel größere Gruppe mit unglaublicher Triebkraft.

www.hebammenunterstuetzung.de

Begriffen habe die meisten Politiker es immer noch nicht. Noch immer glauben viele unserer MdL und MdB, dass Hermann Gröhe doch schon soo viel für die Hebammen getan hat.

Hat er – aber seine Maßnahmen greifen derzeit NICHT.

KEINE Hebamme hat aktuell Sicherheit, wie es 2016 aussehen wird. Die BfHD -Hebammen haben schon ab 2015 keine Perspektive mehr.

Das führt dazu, dass Kolleginnen sich umorientieren und vor allem jüngere Kolleginnen in andere Berufe abwandern. So entsteht das hohe Durchschnittsalter der Hebammen.

Neben Verhandlungen wegen der Haftpflichtproblematik gibt es aktuell auch Vergütungsverhandlungen, in denen zum Beispiel überlegt wird, den Wochenbettbesuch ähnlich wie die Position Hilfe bei Beschwerden, zeitlich zu staffeln.Von Frau Jeschke habe ich heute die Info eingeholt, dass Vergütungsverhandlungen nach den Leistungsbeschreibungen und Verhandlungen zum QM und anstehen.

Renate Egelkraut sprach von dem Zukunftsmodell „Hebammenhaus“.

Eine Idee, die ein niedrigschwelliges Angebot für alle Bevölkerungsschichten darstellen soll und es der Hebamme und angrenzenden Berufsgruppen ermöglichen soll, effektiver und kooperativer zu arbeiten.

(Christine Niersmann)

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