„Heute ist Hebammentag!“

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Jena, 5. Mai 2014, mittags 12 Uhr. Am Faulloch am Johannistor regt es sich – Stände sind aufgebaut, Banner und Seile werden gespannt, Infomaterial wird ausgelegt, Beamer und Laptop werden verkabelt. Es ist noch frisch, doch zum Nachmittag hin wird es ein warmer, sonniger Frühlingstag werden.

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Die Mittagszeit vergeht entspannt, die aufgeregten Gemüter beruhigen sich, und am frühen Nachmittag, als die Eltern mit Kindern kommen, die Großeltern mit Enkeln, die werdenden Eltern und interessierte Passanten vorbeischauen – da sind wir nicht mehr aufgeregt, da sind wir beschäftigt!

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Informationen werden verteilt, Buttons und Glasmagnete werden gegen Spenden ausgegeben und selbst gestaltet, Äpfel und Kuchen sättigen die Besucher, die Nabelschnur wird verlängert. Die Kinder amüsieren sich beim Malen, Basteln, geschminkt werden und beim Puppentheater, die Eltern nehmen sich Protestflyer mit und fragen, was sie noch machen können, unterschrieben haben sie schon.

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Ein älterer Herr kommt, ich erkenne ihn– ich habe ihm beim Infostand am 1. Mai ein Faltblatt in die Hand gedrückt. Und er ist wiedergekommen, erfreut und überrascht, dass ich mich an ihn erinnere. Er gibt uns einen handgeschriebenen Brief mit Briefmarke und Absender – wir sollen noch die Adresse eines Abgeordneten draufschreiben und den Brief versenden. Das werden wir tun! Wow, ich bin begeistert!

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Es ist eine nette, gemütliche Atmosphäre, die zahlreichen Besucher sind interessiert. Nicht nur am Protest, sondern auch an den Ständen der Hebammen des Klinikums, des Geburtshauses und der Hebammenschule: über Schwangerschaft, Geburt, tragen und stillen, Hebammenarbeit und Ernährungstipps.

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Wir zeigen regelmäßig unseren neuen Aufklärungsfilm zum Haftpflichtthema und was es für Eltern bedeutet. Der Film ist seit gestern auch auf youtube zu finden – hier.

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Die meiste Zeit verbringe ich vor dem Faulloch auf der Johannisstraße. Ich habe einen Stapel Faltblätter in der Hand. Ich gehe auf die Leute zu, „Heute ist Hebammentag!“ und gebe ihnen unser Info-Faltblatt. Die meisten nehmen es mit – alte wie junge, Männer wie Frauen. Besonders die älteren Menschen halten an und erzählen mir ihre Geschichten – von den Hebammen in der Familie, wie es früher war, warum es eine Unverschämtheit ist, was gerade mit den Hebammen passiert. Viele wünschen uns viel Erfolg, viele fragen, was sie noch tun können.

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Und wieder ist es ein älterer Herr, der mir besonders im Gedächtnis bleibt. Er ist um die 70, sagte er, und stammt aus der Nähe. Damals kannte jedes Kind seine Hebamme. Jedes Kind wusste, dass sie eine wichtige Person ist. Sie war immer irgendwie präsent, und kam auch kurz zur Schuleinführung „ihrer“ Kinder vorbei. Er erinnert sich genau.

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Mittlerweile ist es 18 Uhr. Die Menschmassen nehmen ab, meine Füße tun weh, die Eltern mit ihren Kindern zieht es wieder nach hause. Wir bauen ab und räumen das Feld. Wir gehen, erleichtert um viel Informationsmaterial, Kuchen, und Mitgebsel, und beschwert mit den vielen Unterschriften und Spenden für unsere weitere Arbeit, nach hause. Es war ein schöner Tag.

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