Bundestagspetition: Überarbeitung des MuSchG – Schutz stillender Mütter und ihrer Kinder erhalten

Das Mutterschutzgesetz wird derzeit überarbeitet. Dabei soll unter anderem der Schutz von stillenden Müttern und ihren Kindern auf das erste Lebensjahr beschränkt werden, mit der falschen Begründung, dass Stillen nach dem ersten Lebensjahr keine Vorteile hat.

Die AFS – Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen hat dazu eine ePetition beim Deutschen Bundestag eingereicht: Mutterschutzgesetz – Umfassender Schutz für stillende Mütter. Sie beruht auf dieser Stellungnahme zur geplanten Gesetzesänderung.

32 Kreißsäle sind seit 2015 geschlossen oder von der Schließung bedroht.

Der DHV gibt eine Übersicht über die 32 (!) Kreißsääle, die 2015 und 2016 geschlossen wurden und werden.

Die Gründe sind immer Personalmangel und Wirtschaftlichkeit.

Diese Entwicklung betrifft vor allem zwei Aspekte:

1) Sicherheit in der Geburtshilfe bedeutet, dass Geburtshilfe wohnortnah verfügbar ist. Eine niederländische Studie besagt, dass die Geburtsklinik innerhalb von 20 Minuten erreichbar sein muss, um eine sichere Geburt zu ermöglichen. In vielen Regionen Deutschlands ist eine Klinik nicht innerhalb dieser Zeit erreichbar – auch in Thüringen. Familien, die innerhalb von 20 Minuten einer Geburtsklinik wohnen, haben damit eine bessere Gesundheitsversorgung als weiter entfernt wohnende Familien.

2) Frauen haben nicht mehr die Möglichkeit, den Geburtsort ihres Kindes zu wählen. Die Wahlfreiheit betrifft (neben Klinik-Geburtshaus-Hausgeburt) vor allem auch die Entscheidung, welches Versorgungsniveau gewünscht ist: Eine hochtechnisierte Geburt oder wenige Interventionen? Wie viele Frauen muss eine Hebamme gleichzeitig betreuen – also wie lange ist sie während der Geburt bei mir anwesend? Stillberaterinnen auf der Wochenbettstation? Werden Auszubildende anwesend sein? Ist ein OP einsatzbereit, oder müssen die OP-Ärzte erst in die Klinik gerufen werden? Gibt es eine Kinderklinik? Mit der Ausdünnung der Kliniken haben nur wenige Frauen die Möglichkeit, sich zwischen verschiedenen Geburtskliniken am Wohnort zu entscheiden.

Mutterschutzgesetz – Du kannst etwas TUN!

Im September wird es eine Anhörung zum MuSchG geben. Bis dahin sollten alle Bundestagsabgeordneten darüber Bescheid wissen, welche Aspekte des neuen MuSchG den Kinderschutz beschneiden. Ihr könnte dabei helfen: Schreibt euren Bundestagsabgeordneten eine kurze Email mit unserer Stellungnahme zum MuSchG und bittet sie, dazu Stellung zu beziehen und im Sinne des Mutter- und Kinderschutzes zu entscheiden.

Hier ist die Stellungnahme: http://www.mother-hood.de/fileadmin/user_upload/Medien/AFS_Stellungnahme_MuSchG.pdf
Und hier findest du deinen Abgeordneten: http://www.bundestag.de/abgeordnete

Stellungnahme zum Gesetzentwurf zur Neuregelung des Mutterschutzrechts

Zusammen mit Mother Hood e.V., dem Berufsverband deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e.V. und dem Deutschen Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung hat die AFS – Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen e.V. eine Stellungnahme zum Gesetzesentwurf des neuen Mutterschutzsgesetzes veröffentlicht.

Während wir die Überarbeitung grundsätzlich positiv sehen, haben wir doch Bedenken wegen der Beschneidung des Schutzes stillender Frauen und ihrer Kinder.

Hier ist die gesamte Stellungnahme zum Nachlesen: http://www.afs-stillen.de/images/projekte/Stellungnahmen/AFS_Stellungnahme_MuSchG.pdf

Anhörung vor dem Petitionsausschuss: Jetzt reden wir!

Am kommenden Montag ist es endlich soweit: Die Elternpetition hat es vor den Petitionsausschuss des Bundestages geschafft! Petentin Michaela Skott wird stellvertretend für uns Frauen und Familien vor dem Ausschuss sprechen und klarstellen, dass in erster Linie wir Eltern von den Missständen in der Geburtshilfe betroffen sind. Auch in Düsseldorf haben wir hunderte Unterschriften für diese Petition gesammelt und nach Berlin geschickt.

Wer mehr dazu lesen will, schaut mal in Silkes Blog „Aberwehe!“ vorbei, sie hat das Thema mal wieder wunderbar auf den Punkt gebracht.

Die öffentliche Anhörung wird live im Parlamentsfernsehen übertragen und steht danach in der Mediathek zur Verfügung. Bitte einschalten am Montag, 20.6.2016 ab 13 Uhr: https://www.bundestag.de/tv

Hier die offizielle Pressemitteilung des Vereins Mother Hood e.V. vom 17. Juni 2016:

Die Bundeselterninitiative Mother Hood e. V. begrüßt die Entscheidung des Petitionsausschusses des Bundestages, die Petentin Michaela Skott anzuhören. Skott engagiert sich seit Jahren für Frauenrechte und ist Mitglied von Mother Hood. 2014 forderte sie in der Petition Nr. 51168 das „Grundrecht mit freier Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1 durch eine Bezugshebamme“. Die öffentliche Anhörung findet am 20. Juni, 13 Uhr, in der Konrad-Adenauer-Straße 1, in Berlin, statt.

„In der Petition geht es um die Wahrung der Rechte von Frauen und Kindern rund um die Geburt. Dazu zählt den Geburtsort frei wählen zu können und die 1:1-Betreuung – egal, ob die Geburt in der Klinik oder Zuhause stattfindet – welche nachgewiesenermaßen zur größtmöglichen Sicherheit führt”, erklärt Michaela Skott. „Dieses Recht leitet sich aus mehreren Rechtsnormen ab und ist in Deutschland noch nicht verankert. Deshalb werden wir Eltern bei allen Entscheidungen, die ja die Gebärenden und Kinder direkt betreffen, gar nicht mit einbezogen und können auch nicht Klage erheben. Ich will, dass sich das ändert,“ so Skott.

Desolate Zustände

Die von Politikern oft dementierten schlechten Zustände in der Geburtshilfe (zuletzt in der Bundestagsdebatte vom 12. Mai) sind Realität: Die Versorgung Gebärender in Kliniken ist vielerorts katastrophal. Die freie Wahl des Geburtsortes, egal ob die Schwangere in einer Klinik, zu Hause oder im Geburtshaus gebären möchte, ist flächendeckend nicht mehr vorhanden. Die Anzahl der Geburtskliniken sinkt, obwohl die Geburtenrate steigt.

Verpflichtung des Gesetzgebers zur Sicherung des Berufsstandes der Hebammen

Die Probleme in der Geburtshilfe sind eng mit der Situation der Hebammen verbunden. Die von Gesundheitsminister Hermann Gröhe durchgesetzten Maßnahmen wie etwa der Sicherstellungszuschlag oder der Regressverzicht haben nicht den gewünschten Effekt. Die Arbeitsbedingungen der Hebammen und die damit verbundene Bezahlung bleiben weiterhin ungenügend. Viele geben deshalb auf und wandern in andere Berufe ab.

„Fehlen Hebammen, haben in erster Linie wir Eltern ein Problem”, sagt Eva Abert vom Vorstand von Mother Hood. „Wir fordern daher von der Politik, endlich die Forderungen der Eltern zu hören und ernst zu nehmen, so wie es nun hoffentlich mit der Anhörung geschieht“.

Die Bundestagspetition von Michaela Skott ist die vierte in nur sechs Jahren, die sich mit der Situation in der Geburtshilfe beschäftigt. “Passiert ist seither wenig, was die sich verschlechternden Zustände aufhalten kann”, fasst Abert zusammen.

(Zuerst erschienen auf: http://www.mother-hood.de/presse/elterninitiative-mother-hood-jetzt-reden-wir.html)

Vortrag + Dikussion zu Terminüberschreitung

Öffentlicher Vortrag von Frau Dr. Christine Loytved mit anschließender Diskussion an der FH Jena am 07. Juni 2016 um 17 Uhr:

In 280 Tagen zur Geburt? Evidenzlage und theoretische Überlegungen zum Thema Terminüberschreitung

Mehr Informationen hier:
http://www.eah-jena.de/fhj/fhjena/resab/oea/Dokumente/Flyer_Programme_Plakate/Einladung_Vortrag_07.06.2016.pdf

Gewalt unter der Geburt

Anlässlich des diesjährigen Internationalen Hebammentages lädt der Hebammenlandesverband Thüringen am 25.05.2016 zu einer Lesung mit Christina Mundlos zu ihrem Buch Gewalt unter der Geburt ein. Gemeinsam mit der Autorin, betroffenen Frauen und anderen Akteuren in der Geburtshilfe stellen sie sich dem häufig tabuisierten Thema!

Kommen Sie am 25.05.2016 18.00 Uhr in das historische Kellergewölbe des Collegium Maius in der Michaelisstraße in 99084 Erfurt.

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Netzwerk der Elternintiativen für Geburtskultur – Grundsatzpapier mitzeichnen!

Am 12.03.2016 hat sich in Kassel zum 3. Mal das „Netzwerk der Elternintiativen für Geburtskultur“​ getroffen. Unser Grundsatzpapier findet sich u.a. hier​.

Bis zum 31.3.2016 gibt es die Möglichkeit, als Einzelperson und/oder Organisation mit zu unterzeichen. Dafür reicht eine kurze Email mit Name, Wohnort, gern auch Beruf oder Funktion, an jena@mother-hood.de​.

Viele Unterschriften machen viel Eindruck!

Gutachten „Hebammenversorgung in Thüringen“

Zuerst ein TLZ-Artikel, der das Gutachten grob zusammenfasst und anschneidet, was der runde Tisch „Geburt und Familie“ (an dem keine Familien sitzen) demnächst behandeln wird: Ausbildungssituation und Versorgungsengpässe, sowie regionale Herausforderungen.

Aus unserer Sicht sind weitere wichtige Fragen, die unbedingt gestellt werden sollten:

  • Wie sollte ein Arbeitsumfeld gestaltet sein, das Frauen dazu einlädt, ihre Tätigkeit als Hebamme auch nach der Ausbildung weiter auszuüben?
  • Weshalb sind freiberuflich tätige Hebammen deutlich zufriedener mit ihrer Tätigkeit als angestellt tätige Hebammen?

Statt an den Symptomen zu spielen, sollte der Ursache nachgegangen werden!

Und hier sind aus unserer Sicht wichtige Punkte des Gutachtens:

Kurz: Für Schwangerenvorsorge, Geburtsvorbereitung, Geburtsbegleitung in 1:1-Betreuung, Wochenbettbetreuung, Rückbildungskurse und Familienhebammen ist in Thüringen der Bedarf deutlich höher als das Angebot, das sich in den kommenden Jahren nochmals deutlich reduzieren wird, während besonders in den Großtädten die Nachfrage danach steigen wird.

Länger:

Vorgehen

  • 167 Hebammen wurden befragt, davon sind 87 ausschließlich freiberuflich tätig, 70 freiberuflich und angestellt und 10 ausschließlich angestellt. Der Rücklauf liegt unter 50%, es gab seitens der Hebammen große Schwierigkeiten bei der Auslegung (uns aus Gesprächen bekannt ist, dass sich die Hebammen teilweise in den Fragen oder Kategorien nicht wiederfanden, da diese an ihrer Arbeitswirklichkeit vorbei gingen). Schätzungsweise hat Thüringen ca. 380 Hebammen.
  • 1775 Mütter die 2014 geboren haben wurden befragt.
    Geburtskliniken und Ausbildungsstätten wurden befragt.
  • Es wurden diverse andere Daten zusammengetragen, u.a. Abrechnungsdaten der AOK Plus (das ist aber nur eingeschränkt aussagekräftig, da Hebammen 4 Jahre Zeit haben, eine erbrachte Leistung abzurechnen).

Geburtenentwicklung

  • ist seit 15 Jahren relativ stabil um 17.500 Geburten.
  • Die Anzahl Frauen im gebärfähigen Alter ist in den letzten 15 Jahren mit 15,3% deutlich stärker gesunken als im Bundesdurchschnitt, in den Landkreisen mit 38% stärker als in den kreisfreien Städten mit 18%. Nur in Jena stieg sie um 4%.
  • Die Geburtenzahlen sind in letzten 15 Jahren in den kreisfreien Städten angestiegen (Jena 49,2%, Erfurt 23%, Weimar 5,3%).
  • Die Geburtenzahl sind in den letzten 15 Jahren in den Landkreisen um 6,8% gesunken, in manchen Landkreisen fast um 25%.
  • Bis 2020 wird die Anzahl der Frauen im gebärfähigen Alter weiter sinken, außer in Jena (+3%) und Erfurt (+4%) – dort werden also auch die Geburtenzahlen steigen.
    → Bedarf an Hebammenleistungen wird in den kreisfreien Städten steigen und den Landkreisen sinken

Hebammen

  • Für ca. 50% der Geburten in den Kliniken kann keine 1:1-Betreuung gewährleistet werden. In manchen Kliniken kann keine kontinuierliche Kreißsaalbesetzung gewährleistet werden. In 85% der Kliniken führen Hebammen fachfremde Tätigkeiten aus (Bestellung, Reinigung, Pflege, Assistenz bei Operationen).
  • Auf die Landkreise entfallen 71% der Geburten, verglichen damit ist das Leistungsangebot der Hebammen in den kreisfreien Städten stärker ausgeprägt als in den Landkreisen.
  • In den letzten 2 Jahren ist der Anteil ausschließlich angestellt tätiger Hebammen um 38% gesunken und der Anteil freiberuflich tätiger Hebammen um 13% gestiegen.
  • In den Kliniken gibt es viele offene Hebammenstellen, deren Besetzung schwierig ist, u.a. da die Anzahl der Bewerbungen abnimmt.
  • Auf die vorhandenen Ausbildungs- und Studienplätze gibt es ausreichend Bewerbungen. Es ist schwer, Personal für die Lehre zu finden, da sie hohe Anforderungen erfüllen müssen, aber ein „nicht attraktives“ Entgelt erhalten. Es gibt zu wenig Praktikumskliniken.
  • Drei Viertel der Hebammen in Thüringen sind über 40 Jahre alt, ein Drittel über 50. Ca. 10% der Hebammen haben unter 6 Jahren Berufserfahrung, fast zwei Drittel haben mehr als 16 Jahre.
  • Die meisten Hebammen haben Wochenarbeitszeiten von deutlich über 40 Stunden. 58% der angestellt tätigen und 60% der freiberuflich tätigen Hebammen gaben an, dass ihre Wochenarbeitszeit stark gestiegen ist. Über die Hälfte aller Hebammen denkt darüber nach, ihren Beruf aufzugeben oder ihre Arbeitszeit zu reduzieren, Gründe sind vor allem zu viel Arbeit, zu hohe Arbeitszeit, zu geringes Einkommen. Das Einkommen aller Hebammen stieg in den letzten Jahren. Die Daten erlauben keine Rückschlüsse, ob Änderungen der finanziellen Situation der Hebammen auf verlängerte Arbeitszeit oder bessere Vergütung zurückzuführen sind.
  • 72% der freiberuflich tätigen Hebammen sind mit ihrer Arbeit zufrieden und nur 55% der angestellt tätigen Hebammen. 80% der Hebammen sind mit ihren Arbeitszeiten unzufrieden. Für ein Drittel der Hebammen ist es schwierig, ihren familiären Verpflichtungen nachzukommen. Für die Mehrheit der Hebammen ist die Begleitung einer Geburt der wesentliche Bestandteil des Hebammenberufes.
  • 94% der freiberuflich tätigen und 71% der angestellt tätigen Hebammen finden ihre Tätigkeit abwechslungsreich und interessant. 71% der freiberuflich tätigen und nur 20% der angestellt tätigen Hebammen stimmen der Aussage zu, dass sie selbst bestimmen können, auf welche Art und Weise sie ihre Arbeit erledigen. 84% der freiberuflich tätigen und nur 50% der angestellt tätigen Hebammen stimmen der Aussage zu, dass sie bei ihrer Tätigkeit neues lernen und sich beruflich weiterentwickeln können.
  • 23% der Hebammen haben eine Ausbildung zur Familienhebamme. Auf Bedarf einer Unterstützung durch Familienhebammen wird die Hebamme vorrangig durch die Familien selbst oder ihre Tätigkeit in den Familien aufmerksam (→ aufsuchende Betreuung sehr wichtig).
  • Geburtsvorbereitungskurse, Schwangerenbetreuung, Rückbildungskurse, Familienhebamme, Geburt in 1:1-Betreuung, werden vorrangig von ausschließlich freiberuflich tätigen Hebammen bedient. Wochenbettbetreuung wird von freiberuflich tätigen Hebammen bedient. Bis zu einem Drittel der Hebammen haben 2014 bestimmte Leistungen nicht mehr angeboten, insbesondere Geburtsvorbereitung , Rückbildung, Geburt in 1:1-Betreuung und Familienhebamme, Grund ist vorrangig fehlende Rentabilität der Leistungen. Für Familienhebamme, Geburtsvorbereitung, Geburt in 1:1-Betreuung, Wochenbettbetreuung, Rückbildung ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot. Dies sind auch die Bereiche, in denen bis zu 50% der Hebammen eine weitere Einschränkung ihres Angebots planen.

Mütterbefragung

  • Die Hälfte der Befragten waren Erstgebärende.
    Ein Viertel fühlte sich nicht ausreichend über die Möglichkeit einer außerklinischen Geburt informiert. Ein Viertel fühlte sich nicht ausreichend über die Erstattung von Hebammenleistungen durch Krankenkassen informiert.
  • Ein Drittel der Befragten nahm in ersten Trimester das erste Mal Kontakt zu einer Hebamme auf, zwei Drittel danach. Mehr als ein Drittel der Frauen hat mehr als eine Hebamme kontaktiert.
  • 70% nahmen individuelle Schwangerenbetreuung durch eine Hebamme in Anspruch. Die Mehrheit der Frauen hatte in der Schwangerschaft mehr als 5 persönliche Kontakte mit der Hebamme. 90% aller Frauen empfanden die Kontakthäufigkeit als genau richtig.
  • Über 90% der Frauen waren mit ihrer individuellen Schwangerenbetreuung zufrieden, besonders wichtig war die ständige Erreichbarkeit für Fragen und Probleme und die ausführliche Beantwortung von Fragen, sowie die individuelle Beratung. Knapp 20% der Frauen fand es nicht leicht, eine Hebamme für die individuelle Vorsorge zu finden, besonders schwierig war es in Jena, Weimar, dem Ilm-Kreis, Weimarer Land, Sonneberg und Gera. Etwas über 20% wussten nicht, dass Hebammen auch vor der Geburt die Betreuung übernehmen können, sowie dass das von der Krankenkasse bezahlt wird.
  • Mit ihren Vorsorgeuntersuchungen waren 87% der Mütter zufrieden. Gründe für Unzufriedenheit waren schlechte Beratung, zu wenig Zeit, keine Erklärung von Diagnosen, zu viele IGEL-Leistungen, versteckte Kosten und zu lange Wartezeit. Leider wird im Gutachten nicht unterschieden, durch wen die Vorsorge primär durchgeführt wurde. War an der Vorsorge eine Hebamme beteiligt, war die Zufriedenheit der Frauen höher.
  • 6,2% der Mütter hat im Krankenhaus geboren da sie keine Möglichkeit für eine außerklinische Geburt gefunden haben. Frauen, die zukünftige Geburten nicht mehr in der Klinik durchführen wollen, geben als Gründe an, dass die schlechte Erfahrung im Krankenhaus gemacht haben, sie mehr Individualität wünschen, sie die Geburt im Krankenhaus aus unruhig und stressig empfanden, es zu viele medizinische Interventionen gab, und sie nun besser über die Möglichkeit einer außerklinischen Geburt informiert wären. Bis auf eine Ausnahme waren alle Mütter mit ihrer außerklinischen Geburt sehr zufrieden. 50% der Frauen fand es nicht leicht, eine Hebamme für die Betreuung einer außerklinischen Geburt zu finden.
  • 12% der Klinikgeburten fanden mit Beleghebamme in 1:1-Betreuung statt. Gründe für die Nicht-Inanspruchnahme einer Beleghebamme mit 1:1-Betreuung waren fehlende Kenntnis vom Angebot (26,1%), die Klinik hat die Möglichkeit nicht angeboten (21,9%), keine Hebamme gefunden (12,9%).
  • 97,1% der Mütter nahmen eine aufsuchende Wochenbettbetreuung in Anspruch. Hauptgrund für die Nicht-Inanspruchnahme war, dass keine Hebamme gefunden wurde. Als optimal aus Sicht der Frauen sind mindestens 6 Kontakte. Die Mütter sind mit der Wochenbettbetreuung fast durchgehend zufrieden. Besonders wichtig waren ihnen die Tipps der Hebamme, dass die Hebamme sich genug Zeit genommen hat, die Hebamme auf die Wünsche und Bedürfnisse der Frau eingegangen ist. Für 15% der Frauen war es nicht leicht, eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung zu finden, insbesondere in Jena, Weimar, Gera, Saale-Holzland-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Weimarer Land.
  • 12% der Frauen haben keinen Platz in einem Rückbildungskurs gefunden

Roses Revolution 2015 in Thüringen

Mehrere Thüringer Kliniken haben Rosen bekommen. Eine Aufforderung – an alle Kliniken, an die Politik, an alle Zuständigen – das System der klinischen Geburtshilfe menschenfreundlich und würdevoll zu gestalten und Mitmenschen mit mehr Achtsamkeit zu begegnen.

Universitätsklinikum Jena
Sophien-und-Hufeland-Klinikum Weimar
Helios-Kliniken Erfurt (ein Bericht hier)

Viel zu viele Erlebnisberichte können auf Roses Revolution Deutschland nachgelesen werden. Achtet beim Lesen auf euch!